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Nachhaltig muss nicht teuer sein

Nachhaltige Produkte sind zwar häufig teurer als ihre weniger nachhaltigen Wettbewerber am Markt, trotzdem kann man mit nachhaltigem Konsum unterm Strich Geld sparen. Ein Widerspruch?

Die Ausgaben im Blick

Um einen Überblick über die Kosten zu gewinnen, kann es hilfreich sein, sich erst einmal mit den Ausgaben für die einzelnen Produktgruppen auseinanderzusetzen. Einen ersten Eindruck können durchschnittliche Zahlen liefern. Eine persönliche Bilanz ziehen Sie, indem Sie Ihre Ausgaben über einen gewissen Zeitraum aufschreiben.

Bei Ausgaben im Alltag sparen Deutsche am liebsten bei Lebensmitteln. Einer Umfrage zufolge (Forsa, September 2014) liegen die Lebensmittel beim Sparen weit vor Restaurantbesuchen, Kultur, Urlaub, während das Auto, „Unnötiges“ und die Nebenkosten für Gas, Strom und Wasser kaum zu den Sparzielen gehören. Also genau umgekehrt wie es rein ökonomisch und im Hinblick auf ein gutes Leben Sinn machen würde. Daher: Nehmen Sie zwischendurch auch mal die Kosten in den Blick, die während des Gebrauchs von Produkten, z.B. der Wasch- oder Spülmaschine entstehen. Manchmal machen sich die höheren Anschaffungskosten beim Kauf eines sparsamen Geräts schon nach überschaubarer Zeit bezahlt. Oder Sie sparen durch Effizienzmaßnahmen und bewussten Verzicht Geld, das Sie für nachhaltigere Produkte ausgeben können, die zugegebenermaßen im Vergleich zu konventionellen Wettbewerbern mehr kosten können.

Geld sparen

Nachhaltig konsumieren bedeutet, bewusster, anders und gelegentlich auch einfach weniger zu kaufen. Wer insgesamt weniger konsumiert, hat oft eine gute Umweltbilanz. Für uns ist das Wort Verzicht kein Unwort, das wir aus vermeintlich fehlender Akzeptanz vermeiden. Aber Verzicht steht für uns nicht dogmatisch am Beginn des Denkens, sondern an dessen Ende, nämlich dann, wenn wir uns fragen, brauche ich das eine oder andere Ding überhaupt? Wenn die Antwort ein Nein ist, dann ist das selten ein Verzicht, sondern viel öfter ein Gewinn: an Zeit, an Alternativen, an Phantasie.

Nach unserer Beobachtung ist es so, dass sich mit nachhaltigem Konsum insgesamt Geld sparen lässt, zum Beispiel

  • beim täglichen Einkauf, wenn Sie kleinere Portionen kaufen und dadurch nichts wegwerfen müssen,
  • bei größeren Anschaffungen, indem Sie auf qualitativ hochwertige, langlebige und reparaturfähige Produkte, auch solche mit wenig Energieverbrauch setzen,
  • wenn Sie Ihre ausrangierten Produkte auf dem Secondhand-Markt anbieten respektive solche Produkte selbst erwerben,
  • indem Sie Ihre Heizkosten und Ihren Strom- und Wasserverbrauch senken,
  • wenn Sie Überflüssiges im Supermarktregal stehen lassen,
  • wenn Sie Autos, Bohrmaschinen oder ähnliche Dinge gemeinsam mit anderen besitzen und nutzen und
  • indem Sie mehr Zeit für gemeinsame Unternehmungen mit Freunden und in der Familie aufwenden, die guttun, ohne viel zu kosten.

Mehrwert nachhaltiger Produkte

Es trifft zu, dass Produkte, die ökologisch verträglicher und unter gerechteren Bedingungen hergestellt wurden, in der Regel mehr kosten als das Vergleichsprodukt, das auf diese Qualität verzichtet und möglichst billig hergestellt wurde. Doch das fair und ökologisch verantwortungsvolle Produkt hat einen Mehrwert. Nicht nur für Umwelt und Gesellschaft, sondern auch für Sie, denn Sie leisten damit einen unmittelbaren Beitrag, nachhaltige Wirtschaftsweisen zu etablieren. So weit so gut, könnte man sagen. Unser Tipp: Schauen Sie immer genau hin. Werden Nachhaltigkeitsversprechen gehalten? Dass Verbraucher bereit sind, für „Bio“ oder für „Nachhaltigkeit“ mehr Geld auszugeben, wird gelegentlich ausgenutzt, indem unangemessene Preise verlangt werden.