Skip to content

Mikroplastik in der Umwelt

Mikroplastik ist in unserer Umwelt allgegenwärtig. Wie können Verbraucherinnen und Verbraucher gegensteuern?

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik bezeichnet man im Allgemeinen kleine Kunststoff-Partikel mit einem Durchmesser unter fünf Millimetern. In fester Form finden sich diese in vielen alltäglichen Produkten – vom Peeling bis zum Autoreifen. Auch gelförmige, gelöste oder flüssige Kunststoffe sind mittlerweile fester Teil unserer Konsumwelt, sie werden aber nicht direkt als Mikroplastik bezeichnet. Eine international verbindliche Definition von Mikroplastik gibt es bisher nicht. Das Fraunhofer Institut UMSICHT führt die Begriffsproblematik in einer Studie genauer aus.

Egal ob fest oder flüssig – Kunststoffe gelangen auf verschiedenen Wegen in die Umwelt und werden dort nur sehr langsam oder gar nicht abgebaut. Die Wirkung auf Mensch und Umwelt ist noch nicht ausreichend erforscht. Vermutet wird aber eine fortschreitende Belastung von Grundwasser, Boden, Luft und Flüssen, Seen und Meeren. Auch Folgen für die menschliche Gesundheit stehen zur Debatte. Es gibt erste Hinweise auf die Anreicherung in der Nahrungskette.

Was können Verbraucherinnen und Verbraucher tun, um Mikroplastik in verschiedenen Konsum- und Lebensbereichen zu vermeiden?

Weniger Autofahren, Mikroplastikabrieb vermeiden

Autoreifen verursachen einen Großteil des Mikroplastiks, das in die Umwelt gelangt, wie eine Studie des Fraunhofer UMSICHT 2018 ergab. Betrachtet man die Anzahl der allein in Deutschland zugelassenen PKWs (über 45 Millionen, Stand Januar 2018), verwundert dies wenig. Autoreifen verlieren im Laufe der Jahre an Umfang – ob durch Bremsspuren oder den normalen Abrieb. Das abgeriebene Plastik gelangt mit dem Regenwasser von der Straße über die Böschung oder die Kanalisation in Böden und Gewässer.

Verbraucherinnen und Verbraucher können den Mikroplastik-Abrieb vermindern, indem sie bewusst mobil sind. Alternativen zum privaten Auto gibt es viele: zu Fuß gehen, Fahrrad fahren, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und Angebote im Regional- und Fernverkehr wahrnehmen, Fahrgemeinschaften bilden und Mitfahrzentralen sowie Carsharing nutzen. Wer auf das eigene Auto nicht verzichten möchte, sollte auf eine möglichst hohe Haltbarkeit und Langlebigkeit der Reifen achten.

Kleidung – Polyester, Acryl oder Elasthan meiden

Viele Produkte der Sport– und Fleece-Bekleidung, aber auch alltägliche T-Shirts, Jeans und Leggings enthalten synthetische Fasern wie Polyester, Acryl oder Elasthan. Beim Waschen lösen sich durch die Reibung hunderttausende kleine Mikrofasern aus der Kleidung und gelangen über den Abfluss in die Kläranlagen. Diese können die winzigen Kunststofffasern kaum herausfiltern, sodass die Plastikstoffe irgendwann in offenen Gewässern und Meeren landen – oder mit dem Klärschlamm auf die Felder gekippt und somit auch in die Böden aufgenommen werden.

Versuche, dies zu verhindern, gibt es bereits viele – vom Waschmaschinenfilter bis hin zu speziellen Waschbeuteln , die Mikroplastik aus der Wäsche auffangen sollen. Das Problem der Entsorgung des herausgefilterten Mikroplastiks bleibt hier allerdings bestehen. Die beste Lösung ist, auf Kleidung aus Kunstfasergewebe so weit wie möglich zu verzichten. Alternativen sind nachhaltig hergestellte Produkte aus Naturfasern wie zum Beispiel Bio-Baumwolle, Seide oder Leinen.

Mikroplastikfreie Kosmetika

In Kosmetikprodukten wird in Deutschland Mikroplastik vor allem als Reibkörper verwendet, etwa in Peelings oder Zahnpasta. Synthetische Polymere dienen zum Beispiel als Lösungsmittel oder dazu, unvermischbare Stoffe zu verbinden. Aus unseren Badezimmern gelangen viele dieser Kunststoffe direkt ins Abwasser und unsere Umwelt.

Dabei ist Mikroplastik in Kosmetikartikeln grundsätzlich verzichtbar. Verbraucherinnen und Verbraucher können darauf achten, Kosmetikprodukte bewusst auszuwählen. Zunächst hilft ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe. Diese sollte keine Substanzbezeichnungen mit der Buchstabenfolge „poly“ enthalten und keine Akronyme wie „PE“ oder „PP“, die für Kunststoffe stehen. Noch besser ist es, sich grundsätzlich für zertifizierte Naturkosmetik zu entscheiden. Überprüfen Sie am besten schon vor dem Kauf, ob Produkte schädliche Inhaltsstoffe enthalten, zum Beispiel mit der App ToxFox vom BUND oder der CodeCheck-App.

Ernährung – Mikroplastik in Honig und Meerestieren nachgewiesen

Durch die hohe Gewässerbelastung kann Mikroplastik zum Beispiel über den Verzehr von bestimmten Meerestieren in die menschliche Nahrungskette gelangen. Auch in Honig wurden Partikel nachgewiesen. Experten vermuten, dass Bienen bei der Bestäubung Mikroplastikpartikel aus Blüten in den Bienenstock transportieren. Eine weltweite Trinkwasserstudie aus dem Jahr 2017 hat gezeigt, dass sich auch in deutschen Proben Partikel finden, allerdings nur sehr vereinzelt.

Wie sehr Mikroplastik dem Menschen über die Nahrung gefährlich werden kann, ist nach aktuellem Wissensstand (Februar 2019) noch unklar.