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Nachhaltig leben und dabei Geld sparen

Hand steckt Geld in Sparschwein

Zum Start des Wintersemesters finden Sie hier Nachhaltigkeits-Tipps, die den Geldbeutel schonen: für daheim, unterwegs und den nächsten Einkauf. Praktisch nicht nur für Studierende.

Selbst reparieren

Handy, Fernseher, Kühlschrank – die Deutschen kaufen immer mehr elektronische Geräte – und nutzen sie kürzer. Wer sich gegen diesen Trend stellt und Kaputtes repariert, tut etwas für die Umwelt und spart sich das Geld für eine Neuanschaffung. Im Internet finden Sie kostenlose Reparaturanleitungen, eine Linksammlung gibt es zum Beispiel beim Netzwerk Reparatur-Initiativen. Außerdem gibt es in immer mehr Städten Repair Cafés, in denen man kostenlos fachkundige Unterstützung beim Reparieren bekommt. Werkzeug und Material sind für alle möglichen Reparaturen vorhanden. Weitere Reparaturtipps und Informationen zur Nutzung von Garantieansprüchen finden Sie zum Beispiel beim Umweltbundesamt.

Aus alt mach Neu: Upcycling

Ihre Sachen lassen sich nicht mehr reparieren? Dann kann Upcycling eine umweltfreundliche Lösung sein, die Geld spart – jedenfalls wenn Sie aus Kaputtem etwas herstellen, das Sie brauchen. Eine alte Holzleiter kann zersägt zum Bücherregal werden, verkratzte Vinyl-Platten zu Wanduhren. Wenn Sie Unterstützung beim Basteln brauchen, helfen das Internet und natürlich Repair Cafés. Upcycling ist übrigens nur dann umweltfreundlich, wenn das Gebastelte nicht gleich wieder im Müll landet. Es ist also sinnvoll, sich vorher zu fragen, ob man die Dinge wirklich braucht, die man herstellen will. Upcycling-Produkte lassen sich nämlich oft schwer oder gar nicht recyceln. Denn meistens hat man verschiedene Materialien so verklebt, dass sie sich nicht mehr trennen lassen.

Teilen und Tauschen

Was Sie selten brauchen – wie zum Beispiel eine Bohrmaschine –, können Sie sich einfach mit anderen teilen. Fragen Sie Nachbarn oder den Hauswart, ob Sie sich das Gerät leihen können. Sie haben Lust auf neue Klamotten? Starten Sie doch eine Kleidertauschparty für Herbst- und Winterlooks, eine Anleitung finden Sie hier.

Waschmittel selber machen und Eco-Programm nutzen

Jetzt im Oktober können Sie umweltfreundliches Waschmittel selbst herstellen – aus draußen gesammelten Kastanien. Eine Anleitung finden Sie zum Beispiel bei Geo. Wenn Sie dann noch das Eco-Programm wählen, sparen Sie nach Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums zusätzlich etwa 33 Euro im Jahr.

Leitungswasser trinken

Der Mineralwasserkonsum in Deutschland belastet das Klima durchschnittlich 600-mal stärker als Leitungswassertrinken. Eine Trinkflasche zum Beispiel aus Edelstahl oder Glas spart viele Wasserflaschen ein. Obendrein lohnt sich Leitungswasser auch für den Geldbeutel: Ein Liter kostet, Abwasserkosten mitgerechnet, im Durchschnitt weniger als einen halben Cent.

Topfdeckel benutzen und Stand-by vermeiden

Deckel zu Töpfen hat jeder – und wer sie benutzt, spart überraschend viel Strom und Geld. Rund 27 Euro mehr bleiben so nach Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums übers Jahr gerechnet im Geldbeutel. Auch oft lukrativ und nachhaltig: Verzichten Sie auf den Stand-by-Modus bei Computer, Fernseher und Co., besonders wenn Sie ältere Geräte besitzen. Das spart bis zu 60 Euro pro Jahr. Fernseher im Stand-by-Betrieb, die vor 2010 gekauft wurden, erzeugen das Zehnfache an jährlichen Stromkosten wie aktuelle Modelle. Letztere bringen es im Jahr auf etwa einen Euro Energiekosten durch Stand-by.

Tipps für den nächsten Einkauf

Secondhand kaufen: Neue Kleidung zu produzieren belastet die Umwelt durch Pflanzenschutz- und Düngemittel, einen hohen Wasserverbrauch, die Verschmutzung von Gewässern mit Produktionsabfällen und Farbreststoffen und die Verwendung von Färbemitteln. Kaufen Sie Secondhand, damit tun Sie der Umwelt und Ihrem Konto etwas Gutes. Gebraucht zu kaufen ist nicht nur im Bereich Kleidung sinnvoll: Im Internet und auf Flohmärkten finden Sie auch Möbel, Geschirr und Elektrogeräte wie Handy, Waschmaschine und Computer aus zweiter Hand.

Tasche mitbringen

Sparen Sie Geld und vermeiden Sie neuen Abfall, indem Sie zum Einkaufen eine alte Tüte, einen Stoffbeutel, Korb oder Rucksack von zu Hause mitnehmen. Auch Brot können Sie im Baumwollbeutel transportieren und so die Papiertüte beim Bäcker vermeiden.

Mit Einkaufszettel und ohne Hunger einkaufen

Pro Person werfen die Deutschen jedes Jahr 75 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne, für die zuvor viele Ressourcen aufgewendet und Geld ausgegeben wurde. Mindestens 44 Prozent dieser Küchenabfälle wären vermeidbar. Die Gründe für die Verschwendung: Es wird zu viel eingekauft, falsch gelagert und Reste werden nicht verwertet. Großpackungen, Sonderangebote und schön präsentierte Lebensmittel verleiten dazu, mehr zu kaufen, als man braucht – besonders wenn man hungrig ist. Überschüssiges landet dann später bei vielen im Müll. Rohstoffe wie kostbares Wasser wurden umsonst für die Produktion dieser Nahrungsmittel verbraucht, CO2 unnötig ausgestoßen. Tricksen Sie sich selbst aus: Gehen Sie nicht hungrig einkaufen und schreiben Sie vorher einen Einkaufszettelmit mit Mengenangaben. Wer sich an den Zettel hält, schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad

Wer geht oder mit dem Drahtesel fährt, spart gegenüber einer Autofahrt viel CO2 ein. Je nach Fahrradpreis pro Monat können das schon bei einem Golf mehr als 500 EUR sein (berechnet für einen Golf, ADAC 2018).

Eigenen Kaffeebecher mitbringen

In Deutschland werden nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe stündlich 320.000 Coffee-to-go-Becher verbraucht (2016). Das sind drei Milliarden Einwegbecher im Jahr. Dagegen können Sie etwas tun – und Geld sparen: Immer mehr Cafés und Unimensen bieten den Coffe-to-go günstiger an, wenn man eine eigene Tasse mitbringt. In Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz zahlen Gäste dann mindestens zehn Cent weniger, wenn sie ein Café besuchen, das bei der staatlich initiierten Mehrweg-Initiative „BecherBonus“ mitmacht. Fragen Sie in Ihrem Lieblingsladen nach und weisen Sie auf das Umweltproblem der Einwegbecher hin! Je mehr Verbraucherinnen und Verbraucher sich für das Thema einsetzen, desto größer ist der Anreiz für Gastronominnen und Gastronomen, sie mit einem Preisnachlass zu unterstützen.

Am empfehlenswertesten sind übrigens Mehrwegbecher aus Glas, Keramik oder Edelstahl. Wer sich für Bambus entscheidet, sollte einen Becher ohne Melamin wählen. Füllt man über 70 Grad Celsius heißen Kaffee ein, können sonst Giftstoffe freigesetzt werden.