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Lebensmittelverschwendung geht uns alle an

Unter Sommerhitze leidet nicht nur die Natur, sondern auch unsere Lebensmittel: Im Sommer entstehen in Haushalten mehr vermeidbare Lebensmittelabfälle als zu allen anderen Jahreszeiten – 2016 waren es in den Monaten Juli und August rund 342.000 Tonnen.

Diese Verschwendung ist problematisch für Umwelt und Gesellschaft, denn die Herstellung, Lagerung (vor allem Kühlung) und der Transport von Lebensmitteln verbrauchen große Mengen an Ressourcen. Dazu gehören Ackerboden, Wasser und Energie sowie menschliche Arbeitskraft. Wer Lebensmittel wegwirft, verschwendet all diese Ressourcen sinnlos.

Die Lebensmittelabfälle bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren, so lautet eines der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. Jede und jeder Einzelne kann dieses Ziel unterstützen. Wir zeigen, was wir als Verbraucherinnen und Verbraucher konkret ändern können.

Lebensmittel richtig lagern

Richtige Kühlung ist in den Sommermonaten das A und O. Stellen Sie Produkte mit geringer Haltbarkeit im Kühlschrank nach vorne. Die meisten herkömmlichen Kühlgeräte haben zudem verschiedene Zonen, die sich für die Aufbewahrung unterschiedlicher Lebensmittel eignen:

Langfristig haltbare Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Mehl, Zucker und Salz sollten in Vorratskammern oder -schränken gelagert werden, am besten dunkel, trocken und gut belüftet.

Einkäufe planen

Ein weiterer Schritt ist die Veränderung der eigenen Einkaufsroutinen. Vergewissern Sie sich vor dem Gang in den Supermarkt, welche Lebensmittel Sie noch zuhause haben und wie lange sie haltbar sind. Erstellen Sie Einkaufslisten für unterwegs und Restelisten für daheim. Wenn Sie zum Beispiel feststellen, dass immer wieder die gleichen Lebensmittelreste auf der Resteliste auftauchen, passen Sie Ihr Einkaufsverhalten entsprechend an. Für viele Lebensmittel, von denen häufig etwas übrig bleibt (z. B. Brot), gibt es typische Rezepte zur Resteverwertung (z. B. Arme Ritter, Brotsalat). Geben Sie besonders avor dem Urlaub auf die Essensplanung acht. Schaffen Sie es nicht alle Lebensmittel vor der Abreise aufzubrauchen, können Sie sie z. B. über die Plattform „Foodsharing“ anderen weitergeben.

Saisonal und regional einkaufen

In den Sommermonaten können Sie eine große Zahl von Obst- und Gemüsesorten aus regionalem Anbau beziehen. Beim Kauf von Gemüse und Obst aus der Region entfallen lange Transportwege und die damit verbundene Gefahr, dass die Produkte beschädigt und aussortiert werden. Regionale Lebensmittel bieten zudem eine besondere Qualität und bleiben länger frisch. Reife Auberginen und Paprika halten z. B. rund eine Woche. Tomaten und Zucchini gehören nicht in den Kühlschrank, da sie dort ihr Aroma verlieren.

Passende Verpackungsgrößen wählen

Oft bestimmt die Packungsgröße, welche Abfallmengen entstehen. Grundsätzlich gilt zwar: Viele kleine Verpackungen verursachen mehr Abfall als wenige größere. Nach Großpackungen zu greifen lohnt sich allerdings nicht, wenn später die Hälfte weggeworfen wird. Kaufen Sie insbesondere Obst und Gemüse am besten lose ein. So können Sie genau so viel davon nehmen, wie Sie brauchen. In verpackungsfreien Supermärkten gibt es auch andere Lebensmittel unverpackt zu kaufen.

Auf die tatsächliche Haltbarkeit achten

Lebensmittel, die in Fertigpackungen verkauft werden, tragen ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Es gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem das Produkt mindestens haltbar ist, wenn es richtig gelagert wird. Auch wenn das MHD schon einige Tage abgelaufen ist, sind die meisten Lebensmittel noch genießbar. Vertrauen Sie Ihren Sinnen (Riechen, Schmecken, Sehen) und prüfen Sie die Lebensmittel gründlich, bevor Sie sie unnötigerweise entsorgen.

Vom MHD zu unterscheiden ist das sogenannte Verbrauchsdatum, das leicht verderblichen Produkten wie beispielsweise Hackfleisch oder rohem Geflügelfleisch zugewiesen wird. Diese Lebensmittel sollten Sie nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr essen.