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„Dein Kassenbon ist ein Stimmzettel“: Nachhaltig einkaufen – so geht‘s

Unser Konsumverhalten beeinflusst die Umwelt und das Leben anderer Menschen.

Bei jeder Kaufentscheidung bestimmen wir mit, ob beispielsweise Ressourcen geschützt und faire Arbeitsverhältnisse gefördert werden – oder eben nicht. Wer seine Einkäufe gut plant, das eigene Kaufverhalten bewusst hinterfragt und nachhaltig produzierte Produkte wählt, handelt verantwortungsbewusst gegenüber anderen Menschen und der Umwelt.

Einkaufsroutinen ändern, auf glaubwürdige Siegel setzen

Überlegen Sie vor dem Einkauf, welche Anschaffungen für Ihren Haushalt wirklich nötig sind. Vergewissern Sie sich beispielsweise vor dem Gang in den Supermarkt, welche Lebensmittel Sie noch zuhause haben und wie lange sie haltbar sind. Beachten Sie dabei: Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Verpackungen ist kein „Verfallsdatum“. Wurde das Produkt in der Originalverpackung richtig gelagert, ist es auch mit überschrittenem MHD meistens noch genießbar und muss nicht automatisch weggeworfen werden. Erstellen Sie Einkaufslisten, um Reste zu vermeiden und achten Sie grundsätzlich auf Herkunft und Herstellung der Waren. Glaubwürdige Label und Produktkennzeichnungen geben Orientierung, sie informieren unter anderem über die sozialen und ökologischen Bedingungen im Herstellungsprozess.
Versuchen Sie zudem, öfter auf lokalen Wochen- und Flohmärkten zu stöbern, Bio- und Naturkostläden zu besuchen oder direkt beim Erzeuger einzukaufen, zum Beispiel bei einem Biobauernhof in Ihrer Nähe. Auf der Internetseite www.dein-bauernladen.de kann man sich schnell und einfach über regionale Verkaufsstellen in der eigenen Umgebung informieren.

Auf Qualität achten, Großanschaffungen gut abwägen

Egal ob Kühlschrank oder Fernseher: Achten Sie besonders bei seltenen Produktkäufen auf Qualität und Langlebigkeit. Große Anschaffungen sollen sich rechnen, beziehen Sie also auch langfristige Kosten wie Wartung und Verbrauch mit ein. Gerade bei steigenden Energie- und Wasserpreisen sind energiesparende Produkte zu bevorzugen. Eine Kauforientierung bietet das EU-Energielabel. Der bunte Aufkleber enthält Angaben über den Strom- und Wasserverbrauch sowie über die Energieeffizienzklassen von Geräten. Ab 2020 sollen diese einfach A bis G heißen – ohne verwirrende Pluszeichen wie man sie aktuell aus der sparsamsten Klasse A+++ kennt. Geräte mit der höchsten Effizienzklasse haben zwar oft einen höheren Kaufpreis, verbrauchen aber auch am wenigsten Strom. Das spart Geld, sodass man die Mehrkosten bald wieder eingespart hat.
Auch Testergebnisse können – besonders bei Großanschaffungen – eine gute Entscheidungsstütze sein. Die Stiftung Warentest, das Portal Öko-Test oder die Plattform EcoTopTen bewerten in vergleichenden Testreihen regelmäßig die Qualität von Produkten in verschiedenen Kategorien.

Von Mehrweg bis unverpackt – Müll vermeiden

Nachhaltig einkaufen heißt auch: Müll soweit es geht vermeiden. Haben Sie grundsätzlich eine eigene Einkaufstasche dabei. Somit brauchen Sie auch bei spontanen Käufen keine Plastik- oder Papiertüte erwerben. Achten Sie auf die Verpackung der Waren: Wer Mehrweg-Verpackungen und Nachfüllpacks bevorzugt, kann die Abfallmenge erheblich reduzieren. Auch die Packungsgröße spielt eine Rolle: Viele kleine Verpackungen verursachen mehr Abfall als eine größere. Noch besser: Kaufen Sie die Produkte gleich unverpackt ein, abgefüllt in selbst mitgebrachte Gefäße. Immer mehr Shops – und mittlerweile sogar spezielle Supermärkte – bieten ihre Waren nach dem „Zero-waste-Prinzip“ an. Eine Liste mit Unverpackt-Läden gibt es hier.

Nachhaltig online shoppen

Millionen Menschen kaufen im Internet ein. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt – von Einwegpaketen und Verpackungsmüll bis hin zu immer kürzeren Lieferzeiten, die dazu führen, dass die Zusteller weniger sparsam unterwegs sind, als sie es sein könnten und immer stressigere Arbeitsbedingungen haben . Auch werden immer mehr Waren als Retoure zurückgegeben , was einen enormen Transport- und Verpackungsaufwand nach sich zieht. Im Jahr 2012 gab es im Onlinehandel bereits 286 Millionen Rücksendungen, die etwa 143.000 Tonnen CO2 verursachten, so eine Studie der Universität Bamberg. Heute wird bereits jeder achte Onlinekauf zurückgesendet (Umfrage des Online-Branchenverbandes Bitkom, 2019).
Was können Verbraucherinnen und Verbraucher tun? Kaufen Sie nur Waren online, die Sie nicht auch vor Ort bekommen. Der Einkauf im Laden um die Ecke hat die bessere Ökobilanz , sofern Sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen, mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen. Außerdem unterstützen Sie mit einem Einkauf in Ihrer Nähe lokale Geschäftsleute und Angestellte. Wenn Sie online kaufen, tun Sie dies wohlüberlegt: Wer beispielsweise seine Kleidungsstücke vor dem Kauf vermisst und mit Händlerangaben zu Maßen und Größentabellen vergleicht, muss die Ware seltener zurückschicken. Vermeiden Sie Einzelbestellungen, diese machen besonders viel Müll. Sammelbestellungen sind besser für die Umwelt . Nutzen Sie Standard- statt Expresslieferungen und stellen Sie sicher, dass Sie zu Hause sind, wenn das Paket angeliefert wird. Oder fragen Sie Nachbarn, ob sie die Sendung für Sie annehmen können. Zusätzliche Kilometer zum Paketshop verursachen CO2-Emissionen und belasten die Auslieferer.