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Sommer, Sonne, Nachhaltigkeit

Vom Grillen bis zum Sommerurlaub: Mit diesen Tipps kommen Sie nachhaltig durch die heiße Jahreszeit.

Gerade im Sommer gibt es viele Möglichkeiten, bewusster und nachhaltiger mit unseren natürlichen Ressourcen umzugehen. Wir zeigen, wie Sie die warmen Temperaturen im Einklang mit der Umwelt und ohne Kosten für andere Menschen genießen können.

Grüne Sommerpartys feiern

Der Sommer ist da! Wer verbringt da nicht gerne Zeit auf einer Sommerparty im Freien, zum Beispiel im Park oder im eigenen Garten. So eine Feier macht zwar sehr viel Spaß, häufig entsteht dadurch aber auch eine Menge Müll. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, die nächste Outdoor-Party müllarmer und nachhaltiger zu gestalten. Verzichten Sie zum Beispiel auf Flaschen und Verpackungen aus Plastik – am besten schon beim Einkauf. In Glaskaraffen aufbereitetes Leitungswasser kann als Alternative für Limo aus Plastikflaschen dienen, Minzblätter oder Orangenscheiben verleihen Frische und Geschmack. Verwenden Sie außerdem Mehrweg-Geschirr statt To-go-Produkte. Accessoires wie Plastikstrohhalme lassen sich durch nachhaltigere Produkte – etwa aus Bambus oder Metall – ersetzen.

Beim Partybuffet können Sie auf regionale und saisonale Produkte zurückgreifen. In Deutschland haben im Sommer zum Beispiel Rhabarber, Erdbeeren, Zucchini und Spinat Saison, mit denen sich leckere Beilagen und Desserts kreieren lassen. Auch alkoholische Getränke wie Wein und Bier gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten mit Bio-Siegel oder direkt aus der Region zu kaufen. Und wenn am Tag nach der Party noch viel Essen übrig ist, geben Sie dieses einfach weiter – zum Beispiel über das Netzwerk Foodsharing. Wie Sie Lebensmittelabfälle grundsätzlich vermeiden, lesen Sie hier.

Clean Heating: So grillen Sie nachhaltig

Im Sommer wird natürlich gegrillt – oftmals mit Holzkohle. Was viele nicht wissen: Ein Großteil der hierzulande verkauften Holzkohle ist Importware. Sie stammt aus osteuropäischen Ländern wie der Ukraine, aber auch aus Paraguay und Nigeria. Nicht selten geht die Produktion dort mit Korruption und dem Raubbau an Tropen- und Urwäldern einher. Wenn Sie weiter mit Holzkohle grillen möchten, achten Sie daher auf Produkte mit dem FSC-Siegel oder (noch besser) dem Naturland-Siegel. Diese garantieren, dass die Holzkohle aus ökologischer Produktion stammt. Verzichten Sie zudem bei der Wahl des Grills auf die umweltschädliche Einweg-Variante. Mit einem Elektrogrill, der mit Ökostrom betrieben wird, verbessern Sie die Klimabilanz jedes Grillabends. Und auch was auf den Grill kommt, spielt in Sachen Nachhaltigkeit eine große Rolle. Wer mehr saisonales Gemüse aus der Region auf den Rost legt, isst gesünder und klimafreundlicher. Denn: Bei der Erzeugung von tierischen Produkten wie Steaks, Grillkäse und Co. entstehen besonders viele klimaschädliche Emissionen. Ausführliche Informationen zur Klimabilanz beim Grillen lesen Sie hier.

Nachhaltige Sommermode: secondhand, fair, minimalistisch

Zeit für ein neues Sommeroutfit? Die Fast-Fashion-Industrie verleitet durch schnelles Trendsetting und ein häufig wechselndes sowie preiswertes Sortiment dazu, ständig neue Kleidungsstücke zu kaufen – mit verheerenden Folgen für Menschen und Umwelt. Schauen Sie doch erst einmal in Ihren Kleiderschrank, ob und was Sie wirklich brauchen. Hilfreiche Tipps für einen minimalistischen Kleiderschrank bietet zum Beispiel die Ratgeberplattform utopia.de.

Und wenn es doch neue Kleidung sein soll, greifen Sie auf Secondhand-Ware zurück oder setzen Sie ein Statement mit Shirts und Shorts aus fairer Produktion. Immer mehr Marken haben Fair Fashion im Angebot, Siegel von Organisationen wie Transfair e.V. oder der Fair Wear Foundation geben Orientierung beim Kleiderkauf.

Effektiver Sonnenschutz ohne Chemie

Zur heißen Jahreszeit ist ein effektiver Sonnenschutz besonders wichtig. Wählen Sie daher ein Sonnenschutzmittel, das sowohl UVB und UVA-Strahlen abwehrt als auch den passenden Lichtschutzfaktor hat. Eine gute Orientierung hierfür bietet der international standardisierte UV-Index. Konventionelle Cremes, Lotionen und Sprays mit chemischen UV-Filtern können gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe enthalten. Setzen Sie daher besser auf zertifizierte Naturkosmetikprodukte, zum Beispiel mit dem Siegel des Bundesverbands Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) oder dem Natrue-Label. Diese schützen durch mineralische Filter und verzichten auf unerwünschte Chemie.

Den Sommerurlaub nachhaltig planen

Der Sommer ist Hauptreisezeit. Doch unsere Erholung und unser Entdeckungsdrang haben ihren Preis. Reisen verursacht Umweltbeeinträchtigungen, zum Beispiel durch den Ausstoß von Luftschadstoffen, den Verbrauch von Energie und Ressourcen oder die Versiegelung von Böden durch Hotels, Pensionen und Ferienhäuser. Auch soziokulturelle Konsequenzen – etwa die Veränderung von Stadtteilen oder ganzen Städten durch das Phänomen des Massentourismus – stehen immer wieder im Fokus.

Wirken Sie dieser Entwicklung entgegen und planen Sie Ihren Sommerurlaub nachhaltig. Die meisten CO2-Emissionen im Tourismus entstehen bei An- und Abreise. Achten Sie daher besonders auf die Wahl des Verkehrsmittels. Fliegen Sie nur, wenn unbedingt nötig – zum Beispiel bei Fernreisen. Denn: Ein Flugzeug erzeugt pro Kilometer und Person rund sechs Mal so viel CO2 wie ein Fernzug oder Reisebus. Für Reisen in Deutschland und Europa können Sie bequem auf Zug oder Bus umsteigen und zum Beispiel das Angebot des Interrail Pass nutzen.

Besonders nachhaltig und oft spannender als man denkt, ist ein Urlaub vor der Haustür, in Deutschland oder den Nachbarländern. Kennen Sie alle Wandergebiete in Ihrer Umgebung? Haben Sie Lust, nah gelegene Urlaubsorte mit dem Rad zu erkunden, zum Beispiel auch in Kombination mit einer Zugfahrt? Probieren Sie es aus! Informationen zu Fahrrad- und Wanderwegen in gibt es beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und bei Wanderbares Deutschland.

Bei der Wahl eines Reiseveranstalters können Sie auf das Siegel TourCert achten, das soziale und ökologische Anbieter auszeichnet. Bei der Unterkunftssuche kann man sich an den Labeln Viabono und Bio-Hotels sowie am Europäischen Umweltzeichen orientieren. Sie zeigen, dass eine Unterkunft Nachhaltigkeitsstandards gerecht wird. Besonders ressourcenschonend betriebene Campingplätze erhalten das Logo des Vereins ECOCAMPING.

Mehr Infos zum Thema bietet auch das „forum anders reisen e.V.“